Rezeptfreie Medikamente

Eine Akne-Behandlung mit rezeptfreien Medikamenten erfolgt vor allem äußerlich mit Cremes und Lösungen. Dabei ist viel Geduld erforderlich, denn ein Erfolg stellt sich oft erst nach mehreren Wochen ein.
Wirkstoff Benzoylperoxid

Benzoylperoxid ist der am häufigsten angewendete Wirkstoff für die äußerliche Behandlung der Akne.
Der Wirkstoff

  • hemmt die Überproduktion von Hornzellen (Hyperkeratose)

  • bekämpft die Akne-Bakterien



Benzoylperoxid ist in Form von Lösungen und Cremes rezeptfrei erhältlich. Zu unterscheiden ist zwischen Präparaten, die auf das Gesicht aufgetragen und nach einer Einwirkzeit von ein bis zwei Minuten wieder abgewaschen werden und Gelen oder Cremes, die auf der Haut verbleiben. Die Konzentration des Wirkstoffs liegt darin zwischen 2.5 und 10%.

Zu Beginn einer Benzoylperoxid-Behandlung empfiehlt sich die Anwendung einer 3%-igen Zubereitung abends nach der Reinigung der Haut. Bei guter Verträglichkeit ist eine Steigerung der Dosis (bis zu 2-mal täglich 5%-ige Zubereitung) möglich. 10%-ige Zubereitungen sollten nicht im Gesicht, sondern nur auf Oberarmen, Brust und Rücken angewendet werden.

Benzoylperoxid kann die Schleimhäute reizen, deshalb müssen beim Auftragen Augen-, Nasen- und Mundpartie ausgespart werden. Auch der Haar- oder Bartansatz sollte nicht mit der Zubereitung in Berührung kommen, da Benzoylperoxid bleichend wirkt (das gilt auch für Textilien).
Eine intensive UV-Bestrahlung der behandelten Hautareale durch Sonnenbäder oder Solariums-Besuche ist ebenfalls zu vermeiden, da durch die bleichende Wirkung des Benzoylperoxids die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöht wird un daher die Gefahr eines Sonnenbrandes besteht.
Zu Beginn einer Behandlung mit Benzoylperoxid kann es zu Brennen, Rötung, oder Schuppung kommen. Diese Verschlechterung des Hautbildes kann bis zu vier bis sechs Wochen anhalten, danach kommt es meist zu einer deutlichen Verbesserung.
Weitere äußerlich anzuwendende Wirkstoffe

Weitere Wirkstoffe, die bei Akne äußerlich in Form von Gelen, Cremes oder Lösungen angewendet werden, sind Salicylsäure, Zinkoxid, Aluminiumoxid und Schieferöl.

  • Salicylsäure wird (auch in Kombination mit Milchsäure) angewendet, um verhornte Stellen aufzuweichen und den
  • Talgabfluss zu verbessern.
  • Zinkoxid wirkt bei äußerlicher Anwendung leicht austrocknend und desinfizierend.
  • Aluminiumoxid ist als „Schleifmittel“ in Peelings enthalten und entfernt Verhornungen und oberflächliche Mitesser.
  • Schieferöl (Natriumbituminosulfonat) wirkt antientzündlich und antibakteiell.

Zubereitungen mit diesen Wirkstoffen können bei leichten Akneformen empfohlen werden. Bleibt die gewünschte Wirkung aus, sollten stärker wirksame Zubereitungen mit Benzoylperoxid zum Einsatz kommen.
Wirkstoffe zum Einnehmen

Seltener werden bei Akne Wirkstoffe innerlich als Tabletten oder Kapseln angewendet. Die Wirkungsweise ist noch nicht genau bekannt und der Nutzen teilweise umstritten. Dennoch können in Einzelfällen gut Behandlungserfolge erzielt werden.

  • Die auch äußerlich bei Akne angewendeten Schieferöle können auch innerlich als Tabletten angewendet werden.

  • Eine Einnahme von Zinkpräparaten über mehrere Wochen soll bei stark entzündeter Akne eine positive Wirkung haben.

  • Bei schwer behandelbarer chronischer Akne kann die zusätzliche Einnahme von Kapseln mit Mikroorganismen (Saccharomyces boulardii, Saccharomyces cerevisiae) die Behandlung unterstützen.



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